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Tisch aus verleimten Platten auffrischen/Beizen/ergänzen

  • Theo
  • 9. Juni
  • 5 Min. Lesezeit

Als Erstes halten Sie bitte Ausschau nach alten/antiken oder wie auch immer bezeichneten, verleimten Holzplatten auf den üblichen Marktplätzen im Internet. Manchmal braucht es etwas Geduld. Wem es zu lange dauert, der kann auch auf eine neue Platte ausweichen. Buche und andere helle Hölzer lassen sich durch Beizen an viele Holzarten angleichen. Bei dunklem Material ist es schwieriger, allerdings sind diese meistens von Natur aus interessanter. Eventuell ist auch eine Lösung mit günstiger Tischlerplatte und Eichenfurnier denkbar. Im Übrigen sind Furniere in vielen Holzarten, auch in hell und dunkel erhältlich. Ein Augenschein im Netz kann sich lohnen.


Die Platte sollte mindestens die Maße aufweisen, die Sie sich als Minimum vorstellen. Zuschneiden kann man immer, auch bei alten Platten, wenn man die originale Struktur bzw. Maserung des Holzes wieder herausarbeiten will. Und solche Abschnitte haben den Vorteil, dass man mit ihnen Versuche anstellen kann, ohne sich gleich an die große Platte wagen zu müssen. Um zum Beispiel bei hellem Holz mit einer Beize zu experimentieren. Für den Wohn- oder Essbereich ist eine Oberfläche, die man ganz normal abwischen und sauberhalten kann, unverzichtbar. Inzwischen wird vornehmlich geölt, aber wenn Sie lieber lackieren wollen, das ist Geschmackssache.


Ein passendes Untergestell wird sich ganz bestimmt ebenso auftreiben oder anfertigen lassen, darüber müssen Sie sich keine Sorgen machen.


Holz aussuchen: Eventuell haben Sie schon eine klare Vorstellung, welche Holzart Sie gerne haben möchten. Trotzdem kann es sich lohnen, erst einige Musterstücke zu bearbeiten, um die Auswahl zu erleichtern. Schließlich soll ein solcher Tisch über Jahrzehnte halten und gefallen.


Altes Holz anschleifen erinnert irgendwie an Geschenke auspacken. Vielleicht haben Sie ja selbst irgendwo ein altes Brett liegen, an dem Sie es ausprobieren können. Und sonst schauen Sie sich meine Beispiele an. Ganz nebenbei erkennen Sie danach sogar einige Holzarten besser. Nichts Exotisches, bloß die gängigsten einheimischen Hart und Weichhölzer.


Ein Küchen-/Esstisch in massiver (verleimter)Eiche geölt, mit neu angefertigtem Untergestell.
Ein Küchen-/Esstisch in massiver (verleimter)Eiche geölt, mit neu angefertigtem Untergestell.

Drei Hölzer roh und angeschliffen Oben Ulme in Streifen verleimt,  Mitte Buche massiv  Unten Eiche massiv
Drei Hölzer roh und angeschliffen Oben Ulme in Streifen verleimt,  Mitte Buche massiv  Unten Eiche massiv

Auf Bild 2 sehen Sie jeweils Ansichten roh/angeschliffen, des gleichen Holzstückes.


Ganz oben eine in Streifen verleimte Platte aus Ulmenholz.


In der Mitte Buche und unten Eiche, beide in Massivholz.


Für einen Esstisch im Wohnbereich würde ich eigentlich immer auf eine verleimte Platte setzen. Ein Möbel aus echtem Massivholz könnte eventuell in einer geschlossenen und nicht beheizten Veranda stehen, ohne früher oder später einen Riss zu bilden. Aber dieses Risiko würde ich nur ungern eingehen.


Nachfolgend Versuche/Beispiele mit Beizen von div. Holz.


Dazu Tipps zur Anwendung: Nur sehr kleine Mengen mischen, aber das Rezept genau festhalten. Also die Wassermenge und das verwendete Pulver. Sie können das Pulver wiegen oder einen ganz kleinen Kaffeelöffel nehmen, den Sie dann jeweils gleich flach abstreifen. Das Verhältnis von Wasser und Beize bestimmt die Intensität des Farbtons. Wenig Flüssigkeit ergibt kräftiger, mehr verdünnt wird entsprechend schwächer. Die Farbe auf der Packung wird nur durch die angegebene Wassermenge z. B. 250 ml, in etwa erreicht. Es kommt natürlich ebenso sehr auf das Holz an. Dunkel oder hell und die Saugfähigkeit spielen eine große Rolle. Um Beize für ein Muster aufzubringen, können Sie ein Blatt Haushaltpapier gut damit benetzen und auf dem Holz in Faserrichtung verteilen. Nach etwa einer Minute mit einem sauberen Blatt das überschüssige Material wieder aufnehmen. Für die Flächen verwende ich gerne leere Sprühflaschen von Reinigern etc. zum Auftragen. Allerdings sollten keine Seifenreste mehr vorhanden sein, also zuvor gut durchspülen. Verteilen und abnehmen dann ebenso mit Haushaltpapier, das hat sich bewährt. Selbstverständlich klappt es auch mit dem Pinsel oder was sonst in den Anleitungen empfohlen wird. Beachten Sie diese in jedem Fall, ich gebe nur allgemeine Hinweise. Manchmal wird z. B. heißes Wasser zum Anmischen verlangt. Das Wichtigste: keine Pfützen oder Kleckse liegenlassen. Die bleiben! Einzige Möglichkeit zur Abhilfe, die ganze Fläche neu abschleifen und von vorne beginnen.


Mit Beizen lässt sich eine große Vielfalt an Farben und Tönungen erreichen. (Es sind tatsächlich auch Farben wie Grün oder Silbertöne etc. als Beizen erhältlich.) Aber es braucht etwas Geduld. Die Muster müssen vollständig durchgetrocknet sein (24 Stunden), bevor man sie fixieren kann. Zum Beispiel mit einem Hartgrundlack. Der trocknet ganz schnell und stellt die losen Fasern des Holzes auf. Sie merken es daran, dass sich die Oberfläche rau anfühlt. Kurz mit einer Schleifwolle glätten, danach ist das Holz in der Tiefe versiegelt und die Beize fixiert. Und trotzdem, erst nach dem Ölen oder lackieren, wissen Sie wie der Farbton der Beize tatsächlich ausgefallen ist.


Bild 3 Die Stadien des Beizens eines Brettes aus Buche. Oben das geschliffene rohe Brett.


Darunter 2 verschiedene Beizen, frisch aufgetragen. Der Streifen in der Mitte war abgeklebt und ist unbehandelt.


Abschnitt 3 Die Beizen sind 24 Stunden getrocknet.


Abschnitt 4 Das Brett ist auf der ganzen Breite grundiert inkl. Mittelstreifen. Nur der rechten Seite ist ein Teil zum Vergleich ausgelassen. Am Mittelstreifen ist zu erkennen, dass die Grundierung allein den Grundton des Holzes auch verändert. Der eingewachsene Ast wird zum Blickfang und verleiht dem Holz Charakter.


Stadien des Beizens auf einem Brett aus Buche
Stadien des Beizens auf einem Brett aus Buche

Weitere Beispiele auf der Rückseite des gleichen Brettes
Weitere Beispiele auf der Rückseite des gleichen Brettes

Bild 4 Rückseite des gleichen Brettes aus Buche. Oben frisch geschliffen. In der Mitte frisch hell gebeizt. Unten nur eine Hälfte grundiert zum Farbvergleich mit der nicht fixierten Beize. Beachten Sie auch den Unterschied der frisch aufgetragenen zur getrockneten Beize.


Das macht es relativ schwierig, ein Holzstück an eine gegebene gebeizte Fläche genau anzupassen. Und überlagernde Beize verdoppelt sich, Fehlstellen bleiben zu hell. Es ist kaum zu vermeiden, jeweils eine ganze Fläche abzuschleifen und neu einzufärben. Und deshalb sind die Rezepte der Versuche sehr hilfreich, wenn Sie zum Beispiel ein Möbel auffrischen wollen, ohne alle Flächen zu erneuern. Flecken oder grobe Kratzer entstehen ja meistens nur an der Oberseite, wenn es sich nicht um raumhohe Teile handelt.


Aber nicht nur für die Tischplatte brauchen wir eine schön gebeizte Oberfläche. Sondern auch wenn Sie das Untergestell wie auf dem Bild nachbauen wollen. Es muss ev. nicht ganz so wuchtig werden. Dieses Gestell ist nicht so sehr im Weg, wie vier gerade Stützen als Füße an den Ecken. Und es macht den Tisch richtig stabil, wenn man den Keil auf Spannung hält.


Auf der Zeichnung finden Sie die Maße der Konturen in Breite und Höhe. Die Dicke lässt sich auch durch mehrere Lagen auf ein imposantes Maß aufpolstern. Wir können die Form der stehenden Teile wegen der Breite von 14 cm mehrfach aus normalen Brettern ausschneiden und diese am Schluss miteinander verleimen. Die Zwischenstücke können auch aus einfacherem Material bestehen. Die Querhölzer lassen sich eher als massive Stücke auftreiben. In diesem Fall teilen wir sie z. B. in drei gleiche Teile auf einer Tischkreissäge und leimen sie dann gegengleich wieder zusammen. Maße und Formen Ihres Gestells müssen natürlich keineswegs gleich sein. Mit Ausnahme der Höhe als Ganzes. Ein solcher Tisch wird üblicherweise etwa 75 cm hoch gebaut. Gerade hier können Sie sich Ihr ureigenes Unikat zimmern. Mein (einfach gehaltenes) Muster dient bloß als Grundlage. Ob Sie nur die Außenteile formen oder auch auf den Flächen etwas einschnitzen oder aufbauen wollen, ganz nach Belieben. Bloß der Platz für eine Durchführung der Mittelstrebe und den Keil sollte übrig bleiben. Die Strebe wird an der Innenseite angestoßen und außen vom Keil fixiert. Das heißt, am Ende wird die Strebe für das Durchführen etwas verkleinert. Der Abstand zwischen Auflager und Keil wird durch die Dicke des Gestells bestimmt. Die Querhölzer kann man von oben und unten mit dem stehenden Teil unsichtbar verschrauben.


Skizze der Bauteile für ein Untergestell
Skizze der Bauteile für ein Untergestell
Ansicht eines fertigen Gestells als Beispiel
Ansicht eines fertigen Gestells als Beispiel


Wenn Sie einen kleineren Tisch bevorzugen oder das Gestell zu klobig finden, lässt sich im Netz eventuell auch ein Fuß aus Gusseisen auftreiben. Oder etwas anderes, das Ihren Geschmack besser trifft.


Auf die Technik des Verleimens von Holz gehe ich im bald folgenden Beitrag zu Tischkreissägen näher ein. Bis dahin viel Spaß beim Aussuchen und Zusammenstellen Ihres ganz persönlichen Erbstückes.


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