Kettensägen selbst schärfen
- Theo
- 9. Juni
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Dass man moderne, mit Hartmetall bestückte Sägeblätter nicht mehr selbst schärfen kann, dürfte allgemein bekannt sein. Dies gilt sinngemäß für die meisten auf Werkzeugmaschinen eingesetzten Präzisionswerkzeuge wie Fräser, Bohrer, Reibahlen etc. Eine Ausnahme bilden immerhin Sägeketten. Man benötigt dazu allerdings eine als Feilgerät bezeichnete Vorrichtung und die zur Zahngröße passende Rundfeile.
Freihändiges Feilen bringt kaum gute Ergebnisse.

Das Gerät muss so angebracht werden, dass die Kette durch die Haltebacken seitlich stabilisiert wird. Befestigungsschraube gut festziehen. (Es können auch 2 vorhanden sein.) Die kleinere Schraube hier dient zur Einstellung der Backen. (Die Gegenseite wird normalerweise nicht mehr verändert.)
Schärfwinkel 30° ist heute Standard. Die sechseckige Schraube dient zur Höheneinstellung des Feilenhalters. Deshalb ist es wichtig, dass sich ganze Gerät an der Säge beim Feilen nicht bewegen kann. Ergänzung zum Schärfwinkel: Beim abgebildeten Gerät lässt sich der Feilenhalter auch in der Waagrechten
(90°) verstellen. Früher war eine übliche Einstellung 10° beidseitig zu 35°. Das hat sich mit der angepassten Zahnform vereinfacht zu 30°. Es dürfte auch mit dem vermehrten Einsatz von elektrischen Schärfmaschinen zu tun haben. Dies ist jedoch nur eine Vermutung meinerseits. Das Feilgerät des Marktführers hat diese Einstellung jedenfalls nicht mehr. Falls Sie mit diesen früheren Winkeln arbeiten und mit dem Ergebnis zufrieden sind, gibt es keinen Grund daran etwas zu ändern.
Lassen Sie sich trotzdem nicht verwirren durch allzu genaue Winkelangaben für verschiedene Hölzer oder Schnitte für gefrorenes Material. Ein Zahn ihrer Sägekette sollte nach dem Feilen seine Form möglichst nicht verändern. (Bezogen auf den Neuzustand). Eventuell bei Unsicherheit mit der Zahnform einer neuen Kette vergleichen. Auch das ständige Nachfeilen der Tiefenbegrenzer ist meistens eher überflüssig für den Hobbyanwender. Einmal bei etwa halber Zahnlänge dürfte ausreichen. Wichtig ist die Einhaltung der Einstellungen von 30° für links und rechts, sowie die gleichbleibende Länge der Zähne auf der gleichen Kette. Deshalb die Feilstriche immer zählen. (Keine hohe Mathematik, wenn Sie rechtzeitig schärfen reichen drei oder vier Striche aus.) Ob Sie die Feile im Gerät zu sich ziehen oder lieber wie gewohnt von sich schieben bleibt Ihnen überlassen. Allerdings trägt eine Feile nur in einer Richtung Material ab. Deshalb beim Zurückgehen keinen Druck ausüben.
Eine von Hand selbst geschärfte Kette erlangt eine um ein mehrfaches verlängerte Lebensdauer als eine dem Schleifservice übergebene. Das Feilen dauert normalerweise weniger als eine halbe Stunde. Ein Vorhalten von mehreren Ketten ist für einen Hobbyanwender dadurch kaum noch nötig. Und der dauernde Wechsel von Ketten auf der Säge entfällt ebenso.
Der Ordnung halber: Eine Sägekette ist aus regelmäßig vernieteten Teilen aufgebaut. Auf einen Zahn auf der rechten Seite folgt stets einer auf der Linken. Bezugspunkt ist die Mitte der Kette. Beim Auflegen müssen die Schneiden oben auf der Führungsschiene, (ugs. Schwert), immer in Arbeitsrichtung nach vorne zeigen. Gesägt wird normalerweise mit der Unterseite derselben. Deshalb verlängert sich die Nutzdauer beträchtlich, wenn die Schiene regelmäßig umgedreht wird.
Vorbereitung zum Schärfen: Die Kette muss zuvor richtig gespannt werden. Bei lockerer Kette hebt sich ein Zahn beim
Feilen an und wird dadurch auch seitlich instabil. (Tipp: eine zu stark gespannte Kette ist am Laufgeräusch deutlich erkennbar. Besser gleich wieder etwas lösen. Der Verschleiß ist sonst extrem hoch, bis sich die Kette durch den Lauf verlängert hat. Es empfiehlt sich auch, das Schwert beim Festziehen der Schrauben vorne etwas anzuheben.)
Beim Schärfen stets alle Zähne auf der einen Seite schärfen. Das Gerät jedes Mal umzustellen macht keinen Sinn. Den Sägezahn stets nur von innen nach außen bearbeiten. Falls Scharten oder Stellen ohne die typisch glänzende Feiloberfläche, (Bild 4 im Block), an den Zähnen bleiben, besser in zwei Durchgängen jeweils 3 bis 4 Feilstriche abnehmen. Bei Unsicherheit kann man den ersten geschärften Zahn mit einem Faserschreiber anzeichnen. Kette von Hand zum (übernächsten) Zahn weiterziehen, danach vorsichtig an den Anschlag anschieben. Dieser Anschlag lässt sich (meistens) einstellen. Sowohl in der Länge als auch im Anpressdruck nach unten. Die Länge sollte den Feilenhalter einigermaßen senkrecht halten. (Dies spielt bei einer runden Feile eigentlich keine Rolle. Wichtiger ist die Höheneinstellung der Feile, die ohnehin vorgenommen werden muss.) Der Anschlag besteht aus einer Zunge aus (hartem) Federstahl. Ob man ihn beim Durchziehen der bereits geschärften Zähne abhebt oder nicht, hat nach meiner Erfahrung keinen Einfluss auf das Ergebnis. Obwohl ein gewisses Unbehagen bleibt. Jedenfalls den Anpressdruck nach unten nicht übertreiben.
Die Feile gelegentlich in der Halterung ein Stück weiterdrehen. (Z. B. nach 10x schärfen, wenn Sie die Feile maximal ausnutzen wollen.) Selbstverständlich darf die Feile keinen Rost ansetzen, sonst ist sie gleich hinüber. Das ist manchmal im Wald gar nicht so einfach zu bewerkstelligen.
Bestimmung der passenden Rundfeile: Die Art der Feile ist zylindrisch auf der ganzen Länge. Hieb und Arbeitslänge sind spezifisch auf Kettensägen abgestimmt. Normale Werkstattfeilen in runder Form sind meistens zum Anfang konisch und gröber.
Durchmesser der Feile: Unten finden Sie eine Tabelle, ähnlich wie auf den meisten Verpackungen einer neuen Sägekette. Die sog. Teilung bestimmt die Zahnlänge und ebenso deren Höhe.
Grundregel: Kleine Sägen = kleine Teilungen = kleine Feilen.

Als einfache Hilfe bei Unsicherheit: Spiralbohrer mit 4,5 oder 6 mm zeigen den Radius des Zahnes relativ genau an. Etwa 1/10 der Feile/ bzw. des Bohrers, sollen über den Zahn hinausragen. Komfortabler ist es natürlich, die Feile anhand der Tabelle auf der Verpackung einer neuen Kette zu bestimmen. Dort finden sich auch weitere Angaben wie Teilung (in Zoll),Schärfwinkel und empfohlene Höhe der Tiefenbegrenzer.




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