Der Dübel
- Theo
- 3. Jan. 2025
- 7 Min. Lesezeit
Beitrag zu Befestigungen. Fortsetzungsreihe Nr.1
Das Befestigen von Teilen an und im Haus gehört mit zu den wichtigsten Aufgaben eines Handwerkers. Deshalb wird es auch hier sehr ausführlich behandelt. Wir beginnen mit den Grundlagen zum einfachsten und wohl auch bekanntesten System: dem Kunststoffdübel.

Daneben liegen mögliche Schrauben bzw. Haken. Die Farben deuten den Einsatzbereich an, grau für Beton, rot für Backstein. Das ist jedoch kein genaues Merkmal. Ein roter Backsteindübel hält im Beton genauso gut wie ein grauer. Der wesentliche Unterschied liegt vor allem in der Länge. Ein langer Dübel kann die Hohlräume im Backstein mittels einer ebensolchen Schraube überbrücken. Dass es sich um Mauerwerk aus Backstein handelt, erkennt man vor allem am roten, manchmal gelblichen Bohrmehl. Ebenso "fällt man beim Bohren durch". Das bedeutet (meistens) Hohlräume im Backstein. Die können zwei bis drei Zentimeter tief sein. Diese Lücken gilt es mit längeren Dübeln und entsprechenden Schrauben zu überwinden. Mit Halt in zwei Zwischenwänden des Steins wird die Befestigung doch einigermaßen stabil. Im Beton reicht ein kurzer (Kunststoff-)Dübel in jedem Fall. Gängige Größen finden Sie in der Tabelle weiter unten.
Die Auswahl der Schrauben ist etwas kniffliger. Am besten passen Schrauben mit Gewinde für Holz. Blechschrauben sind gehärtet und schärfer. Die könnten einen Dübel eventuell glatt durchschneiden.
Eine Vorbemerkung zum folgenden Tipp. Es dreht sich dabei in erster Linie um Befestigungen, die einen gewissen Halt erfordern. Bloß um ein Bild aufzuhängen braucht es ja nicht viel. Gemeint ist zum Beispiel ein Garderobenteil oder ein Regalbrett, das an die Wand gehängt werden soll. Man gelangt trotz aller Mühe nicht immer zu einer tragfähigen Lösung. Der Untergrund ist entscheidend. Und – immer die möglichen unter Putz verlegten Leitungen im Auge behalten. Auch hier gilt, eine letzte Sicherheit gibt es leider nicht.
Tipp: Im Wohnbereich sind Zwischenwände oft aus Gipskarton oder aus anderen weichen Materialien. Wenn Sie da eine 5 mm Schraube in einen 6er-Dübel eindrehen wollen, wird sich möglicherweise der Dübel im Loch mitdrehen. Das kann dazu führen, dass die Schraube den Dübel vor sich herschiebt, ohne wirklich darin Halt zu finden. Man merkt es daran, dass sich die Schraube einfach nicht festziehen lässt, egal wie lange man dreht. In einem solchen Fall empfiehlt es sich, einen neuen Dübel mit Kragen verwenden. Der kann nicht ins Loch rutschen und man erkennt ein Mitdrehen direkt. Wenn möglich würde man natürlich gleichzeitig zu einer dünneren Schraube greifen.
Falls sich die endlos drehende Schraube auch nicht wieder herausdrehen lässt, können Sie versuchen, den Kopf in die Bohrmaschine einzuspannen. Im Rückwärtsgang langsam drehen lassen und dabei vorsichtig herausziehen. Wenn der Dübel nicht mitkommt, lassen Sie ihn drin und versuchen es erst mit einem neuen Kragendübel. Sollte der Alte doch stören, bohrt man am besten ein zweites Mal. Das gilt übrigens auch, wenn sich das Loch als zu wenig tief für die gewählte Schraubenlänge erwiesen hat.
Größe (mm) | Bohrer (mm) | Schraubendurchmesser (mm) |
5 mm | 5 mm | 3–4 mm |
6 mm | 6 mm | 4–5 mm |
8 mm | 8 mm | 4.5–6 mm |
10 mm | 10 mm | 6–8 mm |
12 mm | 12 mm | 8–10 mm |
14 mm | 14 mm | 10–12 mm |
Die beigelegten Bohrer mit glattem Ende für ein normales Bohrfutter sind bei Handwerkern nicht mehr im Gebrauch. Die arbeiten seit langem mit Bohrern, die sich direkt in einen sogenannten Bohrhammer einstecken lassen. Auf dem Bild liegen davon 2 Stück. SDS heißt diese Aufnahme mit vier eingefrästen Nuten, die längst Standard ist. Diese Bohrer werden auch als Hammerbohrer bezeichnet. Auf diese Werkzeuge gehe ich später ausführlicher ein.
Die beigelegten Bohrer mit glattem Ende für ein normales Bohrfutter sind bei Handwerkern nicht mehr im Gebrauch. Die arbeiten seit langem mit Bohrern, die sich direkt in einen sogenannten Bohrhammer einstecken lassen. Auf dem Bild liegen davon 2 Stück. SDS heißt diese Aufnahme mit vier eingefrästen Nuten, die längst Standard ist. Diese Bohrer werden auch als Hammerbohrer bezeichnet. Auf diese Werkzeuge gehe ich später ausführlicher ein.
Was kann man denn tun, wenn trotz schwacher Wand ein schweres Gerät anzubringen ist? Z.B. ein großer Boiler oder eine Reihe Schrankoberteile für die Küche.
Bei Gipskartonwänden ist eine nachträgliche Lösung kaum möglich, ohne die Wand zu öffnen, um zwischen den Metallstützen eine sogenannte Ausholzung anzubringen. Wenn an der gleichen Stelle schon zuvor etwas Schweres angebracht war, könnte die Verstärkung natürlich auch vorhanden sein. Wer weiß?
Bei Gipskartonwänden ist eine nachträgliche Lösung kaum möglich, ohne die Wand zu öffnen, um zwischen den Metallstützen eine sogenannte Ausholzung anzubringen. Wenn an der gleichen Stelle schon zuvor etwas Schweres angebracht war, könnte die Verstärkung natürlich auch vorhanden sein. Wer weiß?
Kommen wir zum Mauerwerk. Anstelle der zwei oder drei Haken, die ein Boiler benötigt, kann man die Last auch auf mehrere Punkte verteilen. Mittels einer Unterkonstruktion, einer sogenannten Montageplatte, die Löcher für eine größere Anzahl an Schrauben aufweist. Der Hersteller oder ein Fachbetrieb kann Sie beraten, ob und wie Sie zu einem solchen Teil kommen können.
Bei Küchenoberschränken ist eine ähnliche Lösung auch Teil der Konstruktion. Man bringt erst eine Metallschiene an, die mit vielen Schrauben an der Wand Halt findet. Die Schiene ist einfacher genau auszurichten, als jedes einzelne Element. Sobald die Schiene sitzt, lassen sich die Schränke einhängen und liegen automatisch alle auf gleicher Höhe. (Das Ausrichten der Distanz (unten) zur Wand geschieht mittels Stellschrauben oder Unterlagen, wodurch die Böden schließlich waagerecht liegen.)
Trotzdem, bei Backstein gibt es eine Alternative zum Kunststoffdübel. Mehrere Hersteller bieten ein System aus Zweikomponentenkleber/Mörtel für Stein oder Beton an, das sehr hohe Lasten tragen kann.

Eines haben alle Systeme gemeinsam: Man muss sich an die Vorgaben und Abläufe der einzelnen Schritte halten, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Die Teile verfügen über herkömmliche metrische Gewinde, also ganz normale Schrauben mit Muttern. Als Ankerstangen kann man Teile von normalen Gewindestangen verwenden. In feuchten Räumen mit Vorteil auch aus Edelstahl.
Für Untergründe mit Hohlräumen wird stets eine sogenannte Siebhülse eingesetzt. Egal ob Backstein, Kalksand-Zement- oder sogar Naturstein. Bei Letzteren kann es sich um Risse oder bestehende Löcher handeln.
In kompaktem Material wie intaktem Beton und Naturstein wird ohne Siebhülsen gearbeitet. Das hat einen direkten Einfluss auf die zu bohrenden Löcher. Eine Siebhülse kann Durchmesser bis 25 mm oder mehr benötigen. Sie sind in Stufen erhältlich, gängig sind z. B. 12 oder 16 mm. Das hängt wiederum davon ab, ob Sie eine vorstehende Schraube auf die sich eine Mutter aufdrehen lässt oder eine in der Wand versenkte Innengewindehülse benötigen. Mit anderen Worten, in die Hülse lässt sich von außen eine Schraube eindrehen. Die Siebhülse hält den (teuren) Klebstoff zusammen. Der würde sich ansonsten im Labyrinth eines Backsteins verlieren und selbst Hohlräume bilden.

Das genaue Prozedere ist bei jedem System als Anleitung beiliegend. Bitte diese unbedingt beachten. Universal gilt: Der Bohrer muss dem Durchmesser der Siebhülse entsprechen. Ohne Siebhülse mit circa 4 mm Zugabe zum Durchmesser der Ankerstange bohren. Die Bohrtiefe muss ausreichen. Zu tief gebohrt verbraucht eine Unmenge an Material. Also besser nachmessen oder die Ankerstange probeweise ins Loch stecken, bevor man den Mörtel einfüllt. Bei mehreren Löchern alles so vorbereiten, dass man ohne Unterbrechung einen Anker nach dem anderen einbringen kann. Der Mörtel härtet ziemlich schnell aus, vor allem bei hohen Temperaturen. Dadurch verstopft auch das Mischrohr und wird unbrauchbar.
Löcher mit Hohlräumen und Siebhülsen brauchen Sie nicht zu reinigen – Löcher in kompaktem Material in jedem Fall! Der verbliebene Bohrstaub kann eine Trennschicht bilden, die den Halt beeinträchtigt oder verunmöglicht.
Die Art der Reinigung hängt auch von der Lage ab. Löcher im Boden lassen sich praktisch nur aussaugen oder ausblasen.
Erst die Siebhülsen einsetzen. (Alle!). Den Mörtelbehälter gemäß Anleitung öffnen und das Mischrohr anbringen. Das Auspressen ist abhängig vom System. Eventuell besitzen sie eine Pistole für Normkartuschen oder haben sich eine geliehen. Einige Hersteller bieten Doppel-Kartuschen an, für die man eine entsprechende Original-Ausrüstung benötigt.
Stets einen Mischervorlauf auspressen! Einen oder zwei Hübe auf ein Stück Karton etc. geben. Sobald sich die Farbe des Mörtels gleichmäßig zeigt, reicht der Vorlauf aus. Drei oder sogar vier Hübe dienen eher dem Umsatz des Herstellers. Bei Siebhülsen wird der erste Teil des Materials ohnehin so weit nach hinten gedrängt, dass er kaum noch Einfluss auf das Ergebnis hat. Trotzdem verzichten Sie nicht auf diese Probe. Wenn der Vorlauf erst heiß und dann hart wird, ist der Mörtel auf jeden Fall in Ordnung. (Bitte nicht direkt anfassen und erst nach dem Einsetzen überprüfen!) Eventuell klebrige Anteile vom Anfang des Stranges sind jedoch normal. Der Mischer benötigt etwas Gegendruck, um richtig zu funktionieren.
Dann geben Sie einen oder zwei Hübe in die Siebhülse. (Abhängig von der Größe.) Danach den Anker ein erstes Mal einschieben. Gleich wieder herausziehen und ein weiteres Mal Mörtel einfüllen, bis der Mörtel vorne herausquillt. In diesem Fall den Anker nicht mehr bewegen. Machen Sie sich keine Sorgen um das herausragende Material. Sobald es hart ist, lässt es sich mühelos abbrechen. Wenn Sie es in frischem Zustand versuchen, bleibt es überall kleben und kann auch zu Verbrennungen führen. (Gummihandschuhe schützen nicht vor Hitze! Augenkontakt unbedingt vermeiden!)
Bei Innengewindehülsen drehen Sie unbedingt zuvor eine Schraube ein, um sie richtig anfassen zu können. Die Schraube verhindert im Übrigen, dass Kleber in die Hülse gerät. Schieben Sie die Hülse so weit wie möglich bzw. bis bündig zur Oberfläche ein. Auch sie darf während der Reaktion des Klebers nicht bewegt werden. Ob sie hält, wird sich definitiv beim Festziehen der Schraube zeigen. Bei Anwendung im Beton gehen Sie eigentlich gleich vor. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass viel weniger Mörtel verbraucht wird, weil er nicht nach hinten austreten kann. Trotzdem empfiehlt es sich, auch hier den Anker bzw. die Hülse einmal herauszuziehen und nachzufüllen, um Lufteinschlüsse zu vermeiden.
Bei richtiger Anwendung halten solche Anker Kräften von einigen Tonnen stand. (Natürlich abhängig von der Größe.) Sie verschließen eine Bohrung absolut dicht und und der Mörtel ist nach der Aushärtung völlig ungefährlich.
(Zu 100% nach etwa 24 Stunden, temperaturabhängig)
Danach können Sie die Schrauben sorglos richtig festziehen und auch bei hohen Lasten ruhig schlafen.
Fortsetzung folgt. Dann beschäftigen wir uns mit Systemen, die vorwiegend im Beton angewendet werden.
Und mit "Lochbildern".


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