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Arbeiten mit einer Oberfräse

  • Theo
  • 9. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Eine Oberfräse dient vor allem dazu, in glatte Oberflächen Nuten mit verschiedenen Profilen einzuschneiden. (An der Seite gefräste Nuten werden dann Falze genannt.) Mit sog. Konturfräsern lassen sich auch Kanten schräg anfasen oder grob ausgesägte Teile mittels einer aufgesetzten Schablone passgenau vervielfältigen. Wie das funktioniert, erkläre ich im Lauf des Beitrags genauer. Aber erstmal ein Bild einer solchen Maschine.


Oberfräse mit Beschriftung der Bedienelemente
Oberfräse mit Beschriftung der Bedienelemente

Grundsätzlich kann man die Maschine frei auf der Oberfläche verschieben. Aber um eine gerade Nut zu erhalten, benötigt man eine stabile Führung. Meistens in Form eines seitlichen Anschlags oder ebenso durch eine zentrale Führung am Fräser beim Konturfräsen. Um Konturen zu bearbeiten führt man die Maschine am Werkstück entlang. Bei kleinen Teilen wird die Maschine aufgespannt (befestigt) und das Werkstück bewegt. Dies ist vom Vorgehen auf einer Kehlmaschine mit stehender Welle abgeleitet. Details auf den folgenden Bildern.


Anschläge Maschine und Führung am Fräser
Anschläge Maschine und Führung am Fräser

Beispiele für Nuten, die mittels Oberfräsen möglich sind
Beispiele für Nuten, die mittels Oberfräsen möglich sind

Wie auf dem Bild ersichtlich sind Stulpbleche kompatibel mit den Größen der Fräswerkzeuge. Das ist auch der Grund für die abgerundeten Enden. Bei Beschlägen für Metalltüren findet man vorwiegend eckige Stulpbleche.


Trotzdem kann man mit einer kräftigen Oberfräse ebenso Aluprofiltüren bearbeiten. Zum Beispiel einen Ausschnitt für ein Schloss ausfräsen. Es liegt wie meistens, bloß am dafür geeigneten Werkzeug.


Zum Fräsen an Schablonen ist eine handgeführte Oberfräse nur für Materialhöhen von 1 – 2 cm dienlich. Das Prinzip, vorne am Fräser ist eine Anschlagscheibe angebracht, an der die Schablone entlanggeführt wird, stammt wie erwähnt, von größeren Kehlmaschinen aus der Werkstatt. Auf deren senkrecht stehenden Wellen lassen sich mehrere Fräser zu einem Paket von 10 – 20 cm Höhe zusammenfügen. Ganz oben legt man diese (meistens etwas überstehende) Anlaufscheibe ein. Das Werkstück wird z.B. auf einer Bandsäge grob vorgeschnitten und die Schablone auf der Oberseite aufgeschraubt. Beim Anschieben an die Welle wird der Überstand passgenau zur Außenform der Schablone weggefräst. Dadurch entstehen genaue Formteile mit Rundungen oder auch Einfräsungen quer zur Achse, das hängt vom Werkzeugsatz ab. Ein mögliches Werkstück finden Sie im Beitrag zum Esstisch. Die geschwungenen Formen des Fußes sind eine typische Anwendung in dieser Art.


Eine Oberfräse muss zum Arbeiten stets nach unten verschoben (gedrückt) werden. Innerhalb der Gummitüllen befinden sich zwei Schraubenfedern, die das Kopfteil ständig obenhalten. Die Höhe lässt sich einstellen und festklemmen. Mit dem Tiefenanschlag fixiert man eine Arbeitstiefe, um nicht jedes Mal neu messen zu müssen. Die gezeigte Maschine verfügt über ein sog. Karussell, eine Scheibe die sich drehen lässt und dadurch mehrere Tiefen "speichern" kann. Die Einstellung bleibt jedoch nur solange erhalten, bis das Fräswerkzeug gewechselt wird.


Dazu noch ein Wort: Diese Fräser arbeiten mit Drehzahlen bis zu 20 000 Umdrehungen pro Minute. Deshalb verwendet man zum Einspannen der Werkzeuge sog. Spannzangen. Diese laufen sehr genau und können hohe Kräfte übertragen. Der Spannbereich ist jedoch auf wenige Zehntelmillimeter begrenzt. Also achten Sie auf Schaftdurchmesser, die zur Spannzange passen. Gängig sind 6 und 8 mm. Zum Festziehen verwenden Sie das mitgelieferte Werkzeug und blockieren die

Welle mit dem dafür vorgesehenen Knopf. Dass Sie zuvor den Stecker ziehen, erwähne ich nur der Vollständigkeit halber.


Wenn der Schaft bei entspannter Zange klemmt, ist er zu groß. Lässt sich das Werkzeug nicht festspannen, ist der Schaft entsprechend zu klein. Für die meisten Maschinen kann man Spannzangen nachkaufen. Ärgerlich sind oft Abmaße an Fräserschäften wie z. B. 6,3 anstelle von 6 mm.


Für Alu eignen sich sog. Einzahnfräser, die wie stets bei Alu, eine Nebelschmierung benötigen. Ähnlich wie bei Holz schneiden Oberfräsen hingegen Aussparungen in PVC-Profile (Fenster und Türen) trocken und mit den normalen Werkzeugen.



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